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Fragen und Antworten Teil 3

Fragen zum Training

Wie sollte sich ein Sportler während des Trainings und im Wettkampf verhalten?
Sri Chinmoy (SC): Im Training sollte der Sportler fühlen, das er sich vorbereitet, eine wunderschöne Blume zu werden. Zum Zeitpunkt des Wettkampfes muss er fühlen, dass er zu dieser schönen Blume geworden ist und völlig bereit ist, sich zu Füßen des höchsten Herrn zu legen. Hier sprechen wir vom Sucher im Sportler. Wenn der Sportler kein Sucher ist, muss er fühlen, dass es für alles im Leben einen bestimmten Tag gibt. Um diesen speziellen Tag zu feiern, müssen wir uns lange vorbereiten. Es ist wie eine Abschlussprüfung. Am Tag der Prüfung sehen wir die Resultate unserer Vorbereitung. Ein Sportler kann seine Seriosität, seine Form und seine Begeisterung nicht das ganze Jahr auf der gleichen Höhe halten. Der Wettkampftag ist ein Tag, an dem er seine guten Qualitäten zum Vorschein bringen kann, um der Welt zu zeigen, das er ein sehr guter Sportler ist.

Wie können wir im Training Frische und Begeisterung erhalten, um keine Müdigkeit und Langeweile aufkommen zu lassen?
SC: Müdigkeit und Langeweile können wir von unserem Training fernhalten, wenn wir uns vorstellen, dass der Sport nichts anderes als eine frisch erblühte Blume ist, die wir jeden Tag unserem geliebten Supreme zu Füßen legen. Wir sollten fühlen, dass diese frisch erblühte Blume das tägliche Erwachen unserer Seele ist, eine selbstgebende Wirklichkeit, die wir jeden Tag unserem geliebten Supreme anbieten. Können wir diese Erfahrung während dem Training beibehalten, dann werden wir es nie mühsam und langweilig finden zu trainieren.

Eine andere Möglichkeit, um Frische und Begeisterung im Training zu erhalten, ist das Gefühl für ein klares, bedeutendes und fruchtbares Ziel. Können wir dieses bedeutende und fruchtbare Ziel in Erinnerung halten, werden Begeisterung und Frische dämmern. Wenn wir das Ziel schätzen, dann wird uns das Ziel selbst Freude und Begeisterung geben. Wir sind uns nicht gewahr, dass uns unser Ziel bewusst und voller Eifer hilft, es zu erreichen.

Eine Mutter steht an einem bestimmten Platz und wartet darauf, dass das Kind auf sie zuläuft. Doch die Mutter wartet und schaut nicht einfach passiv zu; sie besitzt auch einen starken Drang, dass das Kind sie erreichen wird. Wenn sie sieht, dass es das Kind versucht, aber doch nicht schafft, wird sie auf das Kind zulaufen.

Ganz ähnlich ist es in der inneren Welt: das Ziel kommt tatsächlich auf den Sportler zu. Wenn wir das Ziel schätzen, und wenn wir fühlen, dass das Ziel etwas Lohnendes ist, und etwas, das uns unendlich viel anzubieten hat, dann wird uns das Ziel selbst helfen. Das Ziel will uns nicht ständig fühlen lassen, dass es für immer in weitere Ferne liegt; es möchte, dass wir es erreichen.

Gelegentlich habe ich Lust zu trainieren, aber etwas in mir hält mich zurück. Es ist wie ein innerer Kampf. Wen ich dann doch trainieren gehe, fühle ich mich sehr glücklich.
SC: Wir bestehen aus dem Körper, dem Vitalen (der Lebensenergie), dem Verstand, dem Herzen und der Seele. Sie sind alle Teile eines Ganzen, Mitglieder einer Familie, und sollten gemeinsam wirken. Das älteste Familienmitglied ist die Seele, dann kommt das Herz, der Verstand, das Vitale und der Körper. Wenn sie hintereinander in einer Reihe stehen, ist es für die Seele sehr einfach, sie mitzuziehen. Aber unglücklicherweise ist es nicht so. Die Seele möchte vorangehen, aber das Herz ist nicht dabei. Mit größter Schwierigkeit wird die Seele herumsuchen, wo sich das Herz versteckt. In der Zwischenzeit wird der Verstand rebellisch. Er revoltiert und sagt: „Nein, ich gehe nicht hinter euch her.“ Dann wird das Vitale ganz trotzig und sagt: „Ich werde überhaupt nicht mitkommen.“

Und was wird der Körper tun? Der arme Körper möchte mitgehen, aber er erhält keinen Ansporn, weil das vitale und der Verstand ihn nicht unterstützen. Der Körper möchte mit der Seele gehen, so dass das Äußere mit dem Inneren laufen kann, aber der Körper sieht, dass der Verstand, das Vitale und auch das Herz nicht mitgehen wollen. Der Körper beginnt zu zweifeln, ob er das Richtige tut. Er fragt sich: „Wenn es richtig ist, der Seele zu folgen, warum tun es meine älteren Brüder – der Verstand und das Herz – nicht auch? Vielleicht ist es falsch; vielleicht sagt die Seele nicht die Wahrheit. Wenn die Seele Gebet und Meditation vom Körper erwartet, wird es für ihn sehr einfach sein, dies zu glauben. Sobald wir „Seele“ sagen, denken wir an Gott. Wir glauben, dass innerhalb der Seele Gott ist, oder dass innerhalb von Gott die Seele ist; die Seele und Gott gehören zusammen. Gott hat der Seele die Botschaft des inneren und äußeren Laufens gegeben. Die Seele versucht sie jetzt, den jüngeren Mitgliedern – dem Herzen, dem Verstand, dem Vitalen und dem Körper – weiterzugeben. Aber wenn das Herz, der Verstand und das Vitale nicht der Seele folgen, dann wird das physische Bewusstsein argwöhnisch.

Früh am Morgen sagt das Herz: “Weshalb hinausgehen und trainieren? Es ist Zeit zum Beten und Meditieren.“ Nach ein paar Minuten wird dasselbe Herz keine Energie zum Beten und Meditieren mehr haben. Es wird meinen: „Lass mich wieder schlafen gehen“. Der Verstand ist so clever! Immer wenn das Herz nicht in Harmonie mit der Seele ist, hört der Verstand auf das Herz und unterstützt es. Wenn eine solche Trennung beginnt, wird es für den Körper sehr schwierig, etwas auf der Ere, auf der physischen Ebene, zu erreichen.

In: Sri Chinmoy, Sport und Meditation, 1990

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