Laufgedichte
Gedichte inspirieren mich immer wieder sehr stark beim Laufen, aber auch im Alltag.
Deshalb möchte ich einige meiner "Laufgedichte" mit euch teilen.
Kann ein „halber Mensch“ laufen?
Nein. Wohl kaum.
„Verglichen mit dem, was wir eigentlich sein könnten,
halbiert sich der Mensch“, sagt Martin Buber.
Beim Laufen ist der Mensch nicht in der Lage,
pessimistisch zu sein!
Die freiwerdende Kraft zeugt auch seelische Stärke.
Wenn die kurzfristige Begeisterung
in eine optimistische Grundhaltung einmündet,
können wir immer wieder
unsere mächtige Energiequelle, unser „positives Sein“, aktivieren.
Du läufst.
Und von irgendeinem Zeitpunkt an
ist plötzlich große Freude in Dir.
Du läufst leichter.
Du weißt nicht, wie Du läufst.
„Es“ läuft ...
Der Jubel, der in Dir ist,
wirbelt die Beine.
In solchen Phasen
trainierst Du nicht Laufen:
Du lebst voller Intensität.
Ich laufe gern bei Regen.
Mit leichtem Regenschutz über den Schultern.
Du bist ganz allein,
Und bei Dir.
Oft muss ich gegen mich kämpfen,
damit ich überhaupt das Haus verlasse.
Aber wenn ich den Kampf gegen mich verliere,
kämpfe ich oft gegen andere Menschen.
Also laufe ich oft im Regen.
Wer läuft, ohne rasch irgendwohin kommen zu wollen
- erfährt (!) wohl oft zweifelndes Kopfschütteln.
„Warum? Wieso? – Ach so: Übergewicht?!”
Oder: „Die Disziplin hätte ich nicht“ …
Es ist der Anfang! Immer wieder der Anfang.
Das kostet manchmal Energie.
Und dann: Laufes ist ein sich selbst
regulierendes, komplexes System.
Ich entdecke immer wieder neue Assoziationen.
Wenn ich „kaputt“ bin (wovon?),
gehe ich. Und dann fange ich wieder an.
Wer schüttelt da weshalb über wen den Kopf!?
Beim Laufen ist mein Leib
Nur die Orgel oder die Harfe meiner Seele –
Und doch – was gibt es Gewaltigeres?
Wie der Wind das Segel bläht
und dem Schiff Kraft gibt,
beflügelt der laufende Leib
die ruhe Seele.
Der Kopf sagt: „Hör auf … es ist genug!“
Aber die Beine lächeln. Und laufen weiter.
Im Dialog versucht sich oben mit unten zu versöhnen.
Der Bauch amüsiert sich …
Und an einer anderen Stelle
nimmt der Oberkörper ungewollt die Vorlage zurück.
Der Schub der Beine lässt nach.
Ich gehe.
Und der Kopf schüttelt ungläubig. „Warum das?
Es war doch gar nicht so schlimm?!
Es sind mehrer Weisheiten in uns.
Ich versuche, so viele zu nutzen,
wie mir möglich ist.
Disziplin, Kraft, Ausdauer …
Begriffe aus dem Sport und doch meditativ.
Training ist Meditation, wenn es spielend gelingt.
Alles, was ich am Tag tue, ist Training.
Alles kann Spiel sein.
Entspannte Betätigung ist das Mittel
gegen verkniffenen Ehrgeiz oder schlaffe Faulheit.
Im Laufen ist alles Spiel,
wenn wir uns der Verbissenheit erwehren.
Und doch …
… der „Biss“, den Hügel hinauf
oder durchzuhalten …
Disziplin. Vor dem Genuss steht zuweilen die Anstrengung.
(Buchmann/Spiegelhalter)
Before I call,
God’s Compassion-Eye answers.
Before I start,
God’s Compassion-Heart
Finishes the race for me.
Whoever can
Soulfully and powerfully smile the oneness-smile
Before the game,
During the game
And after the game
Is undoubtedly the real winner.
He is really something!
He always likes to compete with himself
And transcend himself.
God smiles with joy
Because he competes with himself.
God cries with joy
Because he does really transcend himself.
When I am on God’s side,
My love becomes fast speed,
My devotion becomes lasting energy
And
My surrender becomes final victory.
Who is inside me?
Ah, I see it is my Beloved Supreme.
Who is running ahead of me?
Ah, I see it is my Lord Absolute.
(Sri Chinmoy)
Viel Freude beim Laufen und beim Lesen der Gedichte wünscht
Surasa
